MVCA Busausflug nach Ungarn, 17.-18. April 2010

Der heurige MVCA Busausflug stand mehr denn je im Zeichen der Oldtimerei – obwohl auch durchaus andere Belustigungen auf dem Programm standen, fad musste also niemandem werden.

Das Ziel unserer 26köpfigen Reisegruppe (wir waren mit einem Bus von Preiml Reisen unterwegs) war Ungarn, erste Station natürlich die Hauptstadt Budapest. Ein anderthalbstündiger Aufenthalt in der Gegend um die Fischerbastei genügte unseren Kulturliebhabern, es reichte für eine kurze Erfrischung und ein Gruppenfoto. Dann ging’s weiter in den Bahnhistorische Park der ungarischen Bahn MÁV, wo in einem alten Heizhaus bereits zum vierten mal die Oldtimer Expo stattfand. Die Infrastruktur ist professionell, die ausgestellten Fahrzeuge sind mehr als interessant, die Zahl der Aussteller und auch der Besucher steigt mit jedem Jahr, und alles in allem braucht sich die Expo im Vergleich mit westlichen Mitbewerbern nicht zu verstecken.


Wir haben nicht nur bleibende Eindrücke mitgenommen, sondern auch eine hydraulische Presse, die Clubmitglied Hans Föttinger günstig erstanden hat (er musste nicht einmal mehr in Forint bezahlen).

Unser nächstes Ziel nach anderthalb Stunden Fahrt hieß Varga Tanja, das ist eine Pussta südlich von Budapest. Wir wurden von einem Kurierreiter empfangen und von ihm in die Pussta abseits jegliche Straßen oder Dörfer gebracht. Nach der Zimmervergabe stand noch eine Abendkutschenfahrt zu einem Biobauernhof an, Preuner Tochter Laura folgte den 3 Kutschen hoch zu Ross. Dort wurden wir in Traditionen eingeführt wie im Winter Überleben im Schafspelz, Schnapsverkostung auf ungarisch, Hege und Aufzucht von Wollschweinen, etc.

Weil wir Oldtimerfans natürlich an allem Technischen interessiert sind, durften wir die Werkstatt des Hofbetreibers besichtigen, mit Drehbank im Flugdach, Traktoren, Baggern, Sonderfahrzeugen, etc. Beim Stöbern im Gelände stießen wir dann noch auf das Fragment einer 250er Pannonia, Baujahr 1958, die wir nach zähen Verhandlungen um 50,- loseisen konnten. Um Hans Föttingers Frau Hilda zu ärgern, haben wir ihn als Käufer vorgeschoben. Die Pannonia wurde in Gruppenarbeit vom dortigen Platz herausgezogen und zur Kutsche getragen, verladen und durch die Pussta im Zuge der Rückfahrt (die sich als gefährlich herausstellte) zum Bus gebracht. Trotz größter Vorsicht hatten sich Rostablagerungen sowie auch ein wenig das Stroh, das dort nistende Vögel in den Tank gefüllt hatten, während der Fahrt herausgeschüttelt.

Nach einer Reitvorführung beschloss ein traditionelles Abendessen mit ungarischem Gulasch, Schlachtplatte und Süßem dieser Region - nicht zu vergessen die Zigeunermusik – den Abend. Wir nutzten die Gelegenheit und gratulierten Adi Leukert zu seinem 40er und überreichten ihm eine Champignonkette (als Anspielung auf seinen letzten Besuch der Varga Thanya im Dezember 2009, dort hatte er eine Magenverstimmung, angeblich waren es die Champignons!!!!)

Am nächsten Morgen kehrten wir zurück nach Budapest und besuchten das Verkehrsmuseum. Die Eintrittsformalitäten hatten sich als äußert schwierig gestaltet, da das Personal nicht flexibel genug war in Euro oder in einer anderen Zahlungsform die Eintrittgelder zu kassieren.

Die zum Millenniumsfest 1896 gezeigte Ausstellung zum Verkehrswesen bildete mit ihren Exponaten den Grundstock für das 1899 gegründete Verkehrsmuseum. Im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört, konnte er erst 1966 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Eine Erweiterung erfolgte 1987. Auf 8000 Quadratmeter Fläche finden ständige Ausstellungen statt. Einige Beispiele dafür sind: „Vor 100 Jahren und heute“, „100 Jahre staatliche ungarische Schifffahrt“, „100 Jahre ungarisches Autofahren“, „Geschichte des Straßenverkehrs“, „Geschichte des Stadtverkehrs“, „Geschichte der Dampflokomotive“.

Zur Geschichte des Eisenbahnwesens werden Objekte aus den ungarischen Eisenbahnwerken gezeigt, z. B. Schienenkonstruktionen, Stellwerkseinrichtungen und Getriebe. Ein weiterer interessanter Bereich ist dem Schiffsverkehr gewidmet. Hier werden Exponate zum Transportwesen, Werftmodelle und Donau-Dampfschiffe ausgestellt. Nicht zuletzt hochinteressant ist die dem Straßenverkehr zugeordnete Abteilung. Originelle ungarische und ausländische Fahrzeuge und städtische Verkehrsmittel aller Arten und Typen ziehen den Besucher in seinen Bann. Ebenfalls eine besondere Abteilung ist dem Straßenbau sowie den archäologischen Funden der Feldmessung vorbehalten.

Nach dem Museumsbesuch gab’s im Bus warmes Essen: Würstel, Krainer, od. Pustawurst. Eine Einkehr in Österreich in der Wachau zum Weinheurigen rundete eine gelungene ereignisreicheReise nach Ungarn für oldtimerbegeisterte MVCA-ler ab.

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Fotos: Hans Preuner