im Spotlight, die Monatsmaschin'

diesmal: Matchless V2B 500 ohv Brooklands Racer Baujahr 1929

   

1927 brachte Matchless das Einzylinder-Singleport Sportmodell V, das 1928 und 1929 zur Doubleport V2 und 1930 zur V3 mutiert. Später wurde daraus die Sloper mit geneigter Zylinderstellung. Auffällig an diesen Super-Sportmaschinen waren die weißen Tankflächen, die ab da für längere Zeit zu einem Merkmal für Matchless Motorräder werden sollten. Mit der V2 kehrte das Unternehmen auch wieder in den Rennsport zurück, wenn auch nicht mit einem Werksteam. Dennoch wurden die Renner in der Plumstead Road werksmässig vorbereitet. So wie die hier gezeigte 1929er V2, die auf der Brooklands Bahn und bei Sandstrandrennen bei Southport eingesetzt wurde. Erstbesitzer war George A. Mangoletsi, der nicht nur als Pilot in Southportsands, sondern vor allem als Pionier der desmodromischen Ventilsteuerung Berühmtheit erlangte. Seine patentierten Entwicklungen kamen zB in den Mercedes Grand Prix Wagen der 50er Jahre zum Einsatz. Er selbst konnte mit einem ex-TT Lea Francis Sportwagen Meriten erringen, den er selbst präpariert und damit 1939 bei der Monte Carlo Rallye teilgenommen hatte – und 10ter geworden war. Mangoletsi beraste bereits in den 1920er Jahren den Strand von Southport mit einer 1000cc GAM- Indian. Ab 1929 war er dann auch mit der Matchless sehr erfolgreich. Er war einer der wenigen, der am Strand Geschwindigkeiten von 100 Meilen die Stunde überschreiten konnte.

Zweiter Besitzer der V2 war ab 1937 Alan B. Bell aus Manchester, ein wahrer „Hans-Dampf in allen Gassen“, der überall fuhr, wo es Blumentöpfe zu gewinnen gab, egal ob am Strand, auf der Bahn, der Straße oder im Gelände – wobei er seine Fahrzeuge wenig schonte.Er verpasste ihr auch den selbstkonstruirten Fußschaltautomaten. 1977 kam seine Matchless in die Hände des englischen Sammlers Donald Read, ebenfalls aus Manchester, der sie auch bei verschiedensten Veranstaltungen einsetzte. Der aktuelle Besitzer - MVCA Mitglied Peter Ehringer - erstand sie im Jahr 1997 und brachte sie nach Österreich. Der Renner war in ziemlich desolatem Zustand, so war zB das Hauptlager zerbröselt, weil sie aufgrund Methanolbetriebs immer sehr stark beansprucht worden war. Peter hat das gerichtet, den Zweikammer-Methanol Rennvergaser durch einen 27 mm Amalvergaser ersetzt und die Verdichtung von wüsten 11: 1 auf standfeste 8:1 reduziert. Seither läuft die Matchless klaglos, hat immer noch Leistung satt, und darf das bei Oldtimer-Gleichmässigkeitsprüfungen beweisen. Am Start war sie zum Beispiel beim Großglockner Bergpreis, am Gahberg oder beim Oldtimer GP in Schwanenstadt.

Mehr über historische Racer im Buch „Legenden – Grand Prix, Tourist Trophy und Brooklands Rennmaschinen“, siehe www.hollinek.at

Matchless V2B 500 ohv Brooklands Racer Baujahr 1929
Besitzer: Peter Ehringer, St. Pantaleon