im Spotlight, die Monatsmaschin'

diesmal: Puch 125 SVS, Baujahr: 1955

   

Die beiden verbindet eine langjährige Partnerschaft, den Sepp Duftschmid und – nein nicht seine Gattin, die natürlich auch – sondern seine rote Puch. Über 40 Jahre dauert die schon an, und im Stich gelassen hat ihn seine SVS eigentlich nur ein einziges Mal, und da war der Grund des Defekts auch nur ein Bagatellschaden – ein geborstener Kolbenring.

Es ist, als wüsste die Puch, dass sie ihr Dasein dem „Dufti“ verdankt (wie er im Club genannt wird). Aber gehen wir ganz zurück zum Beginn seiner Motorradleidenschaft, also ins Jahr 1956. Damals, als 16jähriger (jetzt können wir uns auch ausrechnen, wie „reif“ der Dufti inzwischen ist) hat er sich unter finanzieller Mithilfe seines Vaters eine Stangl-Puch gekauft, so wie wie die meisten Jugendlichen dieser Zeit. Geschont oder besonders pfleglich behandelt hat er die nicht, und so hat es bloß drei Jahre gedauert, bis die MS – als MotoCross Maschine missbraucht und über aufgeschüttete Schanzen geprügelt - mit Rahmenbruch w.o. gegeben hat. Weil der Sepp jetzt ohnehin schon aus dem Mopedalter raus war, war sein nächster Wunsch eine 250er oder 175 er Puch, ein Blechschalenmodell halt. Ein Wunsch, dem der Vater gleich einen Riegel vorschob, dem waren die zweirädrigen Abenteuer des Filius ja nicht verborgen geblieben. Das gesparte Geld nahm ihm der Vater ab, fuhr mit ihm zum nächsten Händler, legte den Differenzbetrag drauf und kaufte ihm dafür einen Opel Rekord.

Wegen Familie und Nachwuchs war das eigentlich eine weise Entscheidung, aber die Bikerfantasien blieben, erfüllten sich aber erst im Jahr 1975. Da bot ihm ein Bekannter besagte 125er SVS an, das Sportmodell mit dem Doppelvergaser. Besonders sportlich war sie zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr, nachdem sie jahrelang im Keller gestanden hatte, wollte der Motor nicht mehr drehen. Schenken wollte der unzufriedene Besitzer sie ihm, nur holen müsse er sie, weil er wollte partout „das G’raffel“ loswerden. Ein reizvolles Angebot, auf das der Dufti aber nicht einging, weil es an seiner Ehre rührte. Er machte ein Gegenangebot: wenn es ihm gelingen sollte, die Puch wieder fahrbereit zu machen, würde er sie ihm um 500,- (Schilling natürlich) abkaufen, wenn nicht wollte er sie entsorgen und aus den Rädern einen Handkarren basteln.

Gesagt, getan. Nachdem erste Versuche mit Rostlösern und Kriechölen zu nichts geführt hatten, musste er doch den Motor zerlegen. Im Inneren saß allerdings nicht der befürchtete Rost, sondern kompakt verdickte Schlacke. Ein klassischer Standschaden halt, dem der Sepp mit sensibel geführten Hammerschlägen zu Leibe rückte. Mit Erfolg, er brachte den Motor wieder sauber. Nachdem er noch alle Lager und Dichtungsringe ersetzt hatte, lief die Puch nach dem Zusammenbau sofort wieder – und das tut sie bis heute. Schon damals kam er – obwohl er die Puch eigentlich als Gebrauchsmotorrad einsetzen wollte – in Kontakt mit dem MVCA, dem er dann auch beitrat. Deshalb hat die Puch die meisten Kilometer im Einsatz bei Oldtimerveranstaltungen auf den Tacho gefahren, und besonders bei Gleichmässigkeitswertungen reicht es für den Dufti und seine treue Puch fast immer für einen Stockerlplatz ...

Puch 125 SVS, Baujahr: 1955

Besitzer: Sepp Dutschmid,

Moos bei Manning