Die wirtschaftlich
kargen Zeiten nach den beiden Weltkriegen ließen aus
der Not beide Male eine ganz besondere Fahrzeuggattung entstehen:
die hilfsmotorisierten Fahrräder. Das Fahrrad, dessen
Zeit als Renommierobjekt der besseren Gesellschaft schon
seit der Jahrhundertwende vorbei war, wurde so wieder zum
Transportmittel Nummer 1. Zahlreiche Firmen sahen das Geschäft
mit der Möglichkeit, günstig herzustellende Motoren
niederer Kubatur – billig im Verbrauch – an ja aus Zeiten
vor dem jeweiligen Krieg übergebliebene Drahtesel anzubringen
und damit den persönlichen Aktionsradius seines Besitzers
dramatisch zu erweitern. In jedem europäischen Land,
das in die Kriege involviert war, entstanden solche Motortypen,
auch in Österreich. War es nach dem zweiten Weltkrieg
der Fuchs FM, so war sein Pendant aus den zwanziger Jahren
die Austro Motorette, die sich technisch allerdings stark
vom Fuchs unterschied. Hatte dieser seinen angestammten
Platz über dem Hinterrad, so trieb die Motorette das
Vorderrad an, an dessen Nabe sie platziert war. Linksseitig
saß der Dreikanal-Zweitaktmotor, natürlich ein
Einzylinder, auf der rechten ein Gehäuse mit Schwungscheibe
und der Niederspannungs-Abreißzündung. |