Manches deutsche
Motorrad wurde nur deshalb zum Verkaufsschlager, weil es
so „typisch britisch“ gestylt war. Das war bei Standard
so, bei Horex noch mehr, und sogar Marken, die sich durch
eine spezifische Motorencharakteristik eine gewisse Unverwechselbarkeit
im Aussehen geschaffen hatten, schielten mit einzelnen Modellen
gerne auf die Zielgruppe der anglophil angehauchten Fans
(zB. der Boxermotorenspezialist Zündapp mit der 500er
Sportmaschine mit dem Rudge Python Vierventiler oder DIE
Zweitaktmarke Puch mit der Viertakt 500er aus 1929 mit dem
seitengesteuerten JAP). Ganz besonders trifft obige Aussage
auf Imperia zu. Diese Marke wurde 1924 von Franz Becker
in Köln-Kalk gegründet. Becker verwendete ausschließlich
Motoren von MAG, JAP, Blackburne und Bradshaw. Seine Motorräder
kamen nicht im Frack, sondern im Lauftrikot daher. Sportlichkeit
war ihm wichtig, daher steckte er mehr Geld in sein Rennteam,
als vernünftig gewesen wäre. Das Ergebnis: 1926
war Becker pleite. Hier könnte die Geschichte schon
zu Ende sein, wenn da nicht Dr. Ing. Rolf Schrödter
gewesen wäre. |