das virtuelle Museum des Motorrad-Veteranenclub Attnang Puchheim

Text und Fotos: Hannes Denzel


 
Flottweg F III K, Baujahr: 1927
   

Die Flottweg erinnert an Frau Huber von nebenan. An deren Gartentor hängt eine Tafel, auf der steht: „hier wacht Brutus“. Diesen Namen assoziiert so mancher leidgeprüfte Vertreter mit einem Hundemonster der Gattung dänische Dogge oder Rottweiler, der ihm mit Genuss seine Giorgio Armani Bügelfalten in Streifen reißen wird, bestenfalls. Man kann sich seine Erleichterung vorstellen, wenn ihn dann so ein Zwergpinscher mit freundlichem Schwanzwedeln begrüßt, so wie er es mit allen Besuchern tut.

Was hat das mit diesem Motorrad zu tun? Na, der irreführende Name! Flottweg, Flott-Weg, dabei denkt man doch an eine PS strotzende Sportmaschine, mit der man eben flott weg und schnell woanders ist.....“Nein, eine PS strotzende Sportmaschine ist die Flottweg beileibe nicht, vielmehr handelt es sich dabei um ein etwas untermotorisiertes Kleinkraftrad der 200ccm Klasse, die zu jener Zeit noch führerschein- und steuerfrei war. Der Erbauer, die Ottowerke in München, stellte daher in seinem Prospekt aus 1927 auch klar, dass die Flottweg „.... nicht für Rennzwecke bestimmt, wohl aber dauerhaft, für die Handhabung einfach und absolut betriebssicher sei.“ Die Ottowerke hatten 1922 mit dem Bau eines Viertakt-Hilfsmotors mit 119ccm begonnen, der vor dem Lenkkopf des fahrradähnlichen Rahmens befestigt war. Größerer Erfolg war aber erst dem Modell III F aus 1924 beschieden, einem riemengetriebenen Kleinmotorrad mit 169ccm, mit ohv Steuerung. Abgelöst wurde die III F 1927 von der III FK. Kettenantrieb und ein größerer Hubraum von 183ccm waren die Verbesserungen. Sie wurde bis 1929 gebaut. Nach einer Pause von mehreren Jahren brachten die Ottowerke (eigentlich eine Flugzeugfirma, deshalb auch in der Nähe der Flugwerft Schleißheim bei München angesiedelt) noch verschiedene Versionen mit JAP Motoren auf den Markt, bevor die Firma von BMW geschluckt wurde.

Aber der Spott konnte schon früher einen Flottweg Besitzer nicht treffen, denn obwohl das Dingelchen nur 4 PS hat, kommt man doch überall hin damit, auch Steigungen stellen kein Problem dar. „Und manchmal ist eben doch der Weg das Ziel“.

Flottweg F III K
Baujahr: 1927

Besitzer: Fritz Höllersdorfer
Geboltskirchen