Gebaut wurde die
545 ccm schwere Chater Lea in England im Jahre 1926. Es
war das biedere Tourenmodell der Firma aus London, die vor
allem wegen ihrer pfeilschnellen 350er mit dem Teller-Nockenmotor
bekannt wurde, mit dem Dougal Marchant allein in diesem
Jahr duzende Rekorde einfuhr, darunter der für eine
350er, die als erste über 100 Meilen schaffte. Der
neben Marchant erfolgreichste Chater Lea Fahrer war übrigens
der Wiener Michael Gayer. Die 545er jedenfalls verkaufte
sich wegen ihrer sprichwörtlichen Zuverlässigkeit
gut, (der englische Tourenfahrerclub zB rüstete seine
Einsatzleute ausschließlich mit diesem Motorrad aus)
und blieb deshalb bis zum Ende der Firma 1935 nahezu unverändert
im Programm. Optisch kam sie durchaus modern und sportlich
daher, der Satteltank war 1926 bei anderen Firmen noch völlig
unüblich, Chater Lea’s hatten ihn schon seit 1923!
Angeschafft wurde dieses Exemplar von der Mechanischen Weberei
im oberösterreichischen Vöcklabruck, wohl um sich
schneller am Werksgelände bewegen zu können, angemeldet
wurde sie nämlich nicht. Die Erstanmeldung erfolgte
nach ihrem Verkauf an einen Linzer Buchhalter im Jahre 1933,
der fuhr sie sechs Jahre lang und ließ dann 1939 die
Versicherung stilllegen: wegen Benzinmangels! |