„Falke“
oder „FBO“ nannte der Schlossermeister Franz
Bücker die ersten von ihm selbst entworfenen Fahrzeuge,
die seine 1922 gegründete Firma „zur Herstellung
und Instandsetzung von Zweiradfahrzeugen“ verließen.
Ab 1924 stand nur mehr Bücker auf dem Tank. Franz Bücker
führte seinen Betrieb als reines Familienunternehmen,
neben seiner Frau und deren Bruder stand auch sein Schwiegervater
bei ihm in Diensten. Angetrieben wurden seine Maschinen
von Motoren unterschiedlichster Hersteller, und zwar abhängig
davon, bei welchem Unternehmen Bücker gerade als kreditwürdig
galt. In den 20er Jahren waren das zB. Bekamo, Cockerell,
Columbus, später findet man auch JAP, MAG oder Blackburne,
in der Nachkriegszeit bevorzugt Ilo. In Oberursel wurden
eigentlich nur die Rahmen gebaut, die Tiger-Gabeln kamen
von den Kölner Lindenthal Werken, die Getriebe zB.
von Sturmey Archer, Hurth oder Getrag. Bücker war also
ein typischer Konfektionär, aber einer der besten.
Seine Produkte versprachen allererste Qualität, und
so darf man sich nicht wundern, dass er mit der „Sport
1000“ (ausgestattet mit dem JAP ohv Motor) 1930 nicht
nur Deutschlands schnellstes, sondern auch mit Abstand teuerstes
Motorrad anbot: 2725 RM musste man dafür berappen,
BMW’s Paradepferd, die R 16, war um mehr als ein Drittel
billiger! |