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Model B "Roundtank", Baujahr: 1923 |
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Mit „Flying Marrow“ oder „Flying Cucumber“
fanden die Engländer 1924 gleich treffende Spitznamen
für die neueste Kreation der Birmingham Small Arms.
Frechzüngige Anspielungen zu dem runden, in BSA typischem
Grün lackierten runden Tank, der von vernickelten Bändern
gehalten unter dem oberen Rahmenrohr der kleinen 250er hängt.
Denjenigen, die weniger mit englischen Fachbegriffen aus
Küche und Garten anzufangen wissen, sei hier erklärt,
dass Marrow der Kürbis und Cucumber die Gurke ist.
Ist aber ohnehin unerheblich, weil sich für das Model
B, wie sie wirklich heißt, dann ohnehin ein anderer
Spitzname durchgesetzt hat, unter dem sie in Fachkreisen
bis heute bekannt ist: „Round Tank“ –
Rundtank.
Gelacht haben dürften jedenfalls am Ende die Manager
bei BSA, denn das Model B geriet zum ganz großen Wurf
– über 35.000 Einheiten verließen das Fließband
der Fabrik bis 1927, in kleineren Dimensionen vergleichbar
mit Henry Fords Erfolgsautomobil, der Thin Lizzy. Genau
wie die amerikanische „Blechliesl „ richtete
sich die Rundtank an eine Klientel, die um wenig Geld ein
möglichst billiges, anspruchsloses und doch langlebiges
Fortbewegungsmittel zu bekommen hoffte. |

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Und diese Anforderungen erfüllte die kleine BSA
in höchstem Mass. Harry Poole hatte ein Motorrad
entworfen, bei dem weniger die Optik als vielmehr Funktionalität
an erster Stelle stand. Alle Teile entstammen dem eigenen
Haus, nichts wurde zugekauft. Das gilt für den unten
offenen Einrohr-Diamantrahmen ebenso wie für die
Doppelrohrgabel, den kleinen seitengesteuerten Motor oder
das Zweiganggetriebe. Ein Dreiganggetriebe war optional
erhältlich, auch die Vorderradbremse war nicht Standard
– eigentlich war die Rundtank nur mit einer Klotzbremse
am Hinterrad ausgerüstet.
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Die Sattelhöhe von nur gut über
70 Zentimeter und das Handling des gutmütigen Schnauferls
machten es ideal für Anfänger – und für
besondere Dienstleister, nämlich Zustellfahrer aller
Art – man hatte jederzeit schnell die Beine am Boden.
Auch bei Frauen im allgemeinen und Kranken-schwestern im
besonderen scheint das Model B besonders beliebt gewesen
zu sein, das hat wohl etwas mit den extra breiten und besonders
schmutzabweisenden Kotflügeln zu tun, unter denen sich
die 2 ¼ x 24 Zoll großen Wulstreifen verstecken.
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Aber so richtig
beliebt waren die Rundtanks erst nach Einstellung der Produktion
(das Model B wurde 1927 von der nicht minder erfolgreichen
C 10, ebenfalls eine Viertelliter, abgelöst) auf dem
Second Hand Markt. Bis kurz vor dem zweiten Weltkrieg soll
es nur wenige Engländer gegeben habe, die nicht ihre
ersten Fahrversuche auf einer gebrauchten Rundtank absolviert
haben!
Dieser stetigen Beanspruchung waren die kleinen
250er wohl langfristig nicht gewachsen. Jedenfalls findet
man heute kaum mehr überlebende, halbwegs gut erhaltene
Exemplare. Daher hat der heutige Besitzer unserer Rundtank,
Erich Krikava aus Bad Ischl, nicht lange überlegt,
als er die bereits fertig restaurierte „B“ in
Mannheim auf der Veterama auf einen Interessenten warten
sah – er nahm sie mit ins Salzkammergut, obwohl er
eigentlich etwas ganz anderes gesucht hatte. Kontaktaufnahme
mit dem BSA Owners Club in England brachten später
zutage, dass es sich dabei um eine der ältesten erhaltenen
dieses Typs handeln müsse. Auch ein Vorbesitzer ließ
sich ermitteln, der in Belgien zu Hause ist, und versprochen
hat, auch nach den Papieren zu fanden, die sich noch irgendwo
in seinem Fundus befinden sollen. Das würde natürlich
die Historie komplettieren, die Jungs vom BSA Owners Club
haben sich jedenfalls sehr gefreut, dass die kleine Rundtank
wieder aufgetaucht ist, wo sich doch zwischenzeitlich ihre
Spuren verloren hatten! |
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BSA Model B "Roundtank
Baujahr: 1923
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Erich
Krikava, Bad Ischl |
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