das virtuelle Museum des Motorrad-Veteranenclub Attnang Puchheim

Text und Fotos: Hannes Denzel


 
Triumph Thunderbird 6T, Baujahr: 1956
   

Jack Sangster und Edward Turner hatten Ariel 1934 verlassen und waren zu Triumph gewechselt: Sangster als Chef und Turner als Konstrukteur. Er war es dann auch, der 1937 das Bild des typischen englischen Dampfhammers änderte: weg vom kernigen Einzylinder hin zum durchzugstarken Twin. Ein Konzept, das für die nächsten fünf Jahrzehnte Gültigkeit haben sollte.

„Speed Twin“ hieß seine Neuschöpfung, die Zusatzbezeichnung T5 bezog sich auf die 500 ccm Hubraum. „Speed Twins“ entwickelten sich zum Exportschlager, besonders auf dem amerikanischen Markt. Aber davor stand der zweite Weltkrieg, in dem die deutsche Luftwaffe das Triumph werk in Coventry in Schutt und Asche legte. Doch schon kurz darauf wurde eine neue Fabrik in Meiden, etwas außerhalb von Coventry, aufgebaut um die Fertigung von Militär-Motorrädern wieder aufzunehmen. Deshalb konnte schon kurz nach Kriegsende, im Jahr 1946, die Herstellung ziviler Motorräder wieder beginnen. Basis waren die Speed Twin Modelle mit 350 und 500ccm Hubraum, der Wunsch der amerikanischen Motorrad-Freaks nach mehr Hubraum verhallte aber nicht ungehört in Meriden: 1949 kam die Thunderbird T6 mit 650ccm Hubraum. Triumph hatte damit eine Marktlücke entdeckt, in der weder BSA noch Norton als Hauptkonkurrenten vertreten waren.

Nachdem Triumph 1951 durch BSA übernommen worden war, erweiterte die neue Firmenleitung die Produktpalette hauptsächlich nach unten. Die Thunderbird als Spitzenmodell blieb allerdings im Programm. Es wäre auch unsinnig gewesen, die Herstellung des größten Exportschlagers einzustellen. Der Speed Twin Motor war gut genug für größere Aufgaben, deshalb war er äußerst beliebt bei Tunern wie Triton oder Rickman.

Besonders bei Rennen in den Staaten wurde er immer wieder ausgereizt – wer kennt nicht die legendäre „Slippery Sam“, die beim Brand des National Motor Museums in Birmingham völlig zerstört, inzwischen aber wieder wie neu aufgebaut wurde? Legenden wie Mike Hailwood, Gerry Nixon oder John Hartle waren auf Triumph erfolgreich. Und nicht zu vergessen Johnny Allen: mit seiner raketenförmigen Triumph stellte er auf dem Bonneville Salt Falls einen neuen Weltrekord für Motorräder auf. Der Name „Bonneville“ wurde deshalb ab 1958 der Nachfolgegeneration der Thunderbird ins Markenbuch geschrieben.

Unsere 650er Thunderbird gehört Hermann Asamer aus Ohlsdorf. Sie ist Baujahr 1956 und entstammt einer Sonderserie mit farbigem Rahmen, der standardmäßig ja schwarz lackiert war.

 

Triumph Thunderbird 6T, Baujahr: 1956
Besitzer: Asamer Hermann, Ohlsdorf