das virtuelle Museum des Motorrad-Veteranenclub Attnang Puchheim

Text und Fotos: Hannes Denzel


 
Standard 750 MAG V2, Baujahr: 1928
   
In den Pferdeställen einer aufgelassenen Kaserne in Ludwigsburg baute Wilhelm Gutbrod seine ersten Motorräder, die er „Standard“ taufte. Das war im Jahr 1925. Wer jetzt glaubt, dass es sich deshalb dabei um eilends zusammengeschluderte Kisten gehandelt haben muss, der liegt weit daneben. Jedes einzelne Modell und Exemplar war pipifein in Qualität und Ausstattung, ganz besonders trifft das natürlich auf die Luxusmodelle mit V 2 Motor zu, die ab 1927 ins Programm kamen.
Unser Fotomodell ist eine 750er (es gab auch eine 1000er), und sie trägt den wechselgesteuerten MAG Sportmotor im Rohrrahmen, was heißt, dass sie mit 22 um 2PS mehr zur Verfügung hat als die normale Tourenausführung. Die Castle Gabel, die außer Standard nur die englische Nobel-Marke Brough Superior verwendete, weist auf das Baujahr 1928 hin – vorher mussten die Kunden sich noch mit einer herkömmlichen Parallelogrammgabel begnügen. Auch sonst kommt die V2 sehr britisch daher – wie bei Standard halt üblich – schließlich wurden viele aus England importierte Teile verwendet, wie zB. das handgeschaltete Burman Getriebe.

Gekleidet ist sie in dezentes Sonntags-Ausgeh-Schwarz mit goldenen Linien – die Zweifarblackierung (siehe die BT 600 in unserem virtuellen Museum) kam zwar noch im selben Jahr, allerdings erst später. Trotzdem zählte eine V 2 Standard zu den Top Motorrädern, die man im Deutschland der späten 20er Jahre kaufen konnte. So etwas hat natürlich seinen Preis, und dementsprechend gering war der Produktionsausstoß. Klar, dass so ein Nobel-Hobel heute auch in der Veteranenszene zu den absoluten Raritäten zählt!

Standard 750 MAG V2, Baujahr 1928

Besitzer: Wolfram Glas,
Unterschleissheim bei München