In den 60er Jahren wurden neue
Gesetze für kleine Motorzweiräder verabschiedet,
zuerst in der Schweiz. Hier sollten schon 14jährige
in den Genuß der Motorisierung kommen, die dafür
erlaubten Hummeln durften maximal 30 Kilo schwer und 30
Km/H schnell sein. Außerdem mussten sie per Pedalantrieb
unabhängig vom Motor fortbewegt werden können. |
| Puchs Antwort
auf diese Vorgaben kommt 1962 und lautet X 30. Auf den ersten
Blick scheinen viele Parallelen zum Erfolgsmodell MV 50
zu überwiegen, wenn man genauer hinschaut, erkennt
man aber doch, dass es sich um eine völlig eigenständige
Konstruktion handelt, die, wie bei Puch üblich, bis
ins Detail durchdachte Lösungen anbietet. |
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Da ist zuerst das Fahrwerk: ein kräftiger,
U-förmiger Einrohrrahmen, an dem unterhalb des Sattels
am Sitzrohr den Benzintank (Fassungsvermögen 3,7 Liter)
befestigt ist. Das erlaubt einen tiefen Durchstieg, Damen
mit langen Röcken (so was gab’s damals noch!) stellt
sich hier kein Hindernis in den Weg. Die Teleskopvorderradgabel
mit integriertem Scheinwerfer kommt tatsächlich vom
MV 50, eine Hinterradfederung gibt es aber nicht. Am tiefstgelegenen
Punkt des Rahmens ist der Motor befestigt, ein Zweitakter
Einkolbenmotor (38 mm Bohrung x 43 mm Hub ergeben 49 ccm
Hubraum) mit Umkehrspülung, der mittels Radialgebläse
gekühlt wird. Beatmet wird der Murl durch einen kleinen
Bing-Nadeldüsen-Vergaser. Damit die Röcke schön
sauber bleiben, versteckt sich der Motor hinter einer zweiteiligen
Kunststoffabdeckung, die mit wenigen Handgriffen demontiert
werden kann. Gestartet wird der Motor durch Antreten mit
den Pedalen, Hilfe kommt von einem Dekompressor. Die Schaltung
des Zweiganggang-Getriebes erfolgt per Hand. Die Laufräder
(23 x 2,00“, hinten mit Rücktritt-, vorne mit Innenbackenbremse)
wiederum kommen vom MV 50.
Obwohl das X 30 mit einem Verkaufspreis von Schilling 3.680,-
das billigste aller Puch Modelle ist, geht der Absatz in
Österreich mehr als schleppend. Der Konkurrent kommt
ja aus dem eigenen Haus. Die meisten X 30 gehen in den Export,
nach Deutschland und natürlich in die Schweiz. Auch
eine Preisreduzierung auf 3.100,- Schilling bringt nicht
viel, 1964 wird die Produktion eingestellt. Das bedeutet
aber nicht das Ende des Namens und vieler der Ideen. Unter
der selben Bezeichnung kommt ein Mofa mit Automatikgetriebe,
dem ein langes Leben und hohe Verkaufszahlen beschieden
ist. |