das virtuelle Museum des Motorrad-Veteranenclub Attnang Puchheim

Text und Fotos: Hannes Denzel


 
Puch 250 SGSA, Baujahr: 1957
   

Mit Einführung der Blechschalenrahmen war Puch ein großer Wurf gelungen – in Graz musste sogar die Produktion erhöht werden um die steigende Nachfrage, nicht nur in Österreich, befriedigen zu können. Leider hielt dieser Boom nicht lange an, schon Mitte der 50er Jahre war der Verkauf rückläufig, die Konkurrenz beschäftigte ja auch keine Siebenschläfer!

Etwas Neues musste her, etwas Innovatives, das die Stammkunden bei der Stange und das Interesse wach hielt. Der „neue Besen“ wurde 1955 vorgestellt, hieß 250 SGA, wobei das „A“ für „Anlasser“ stand, für einen elektrischen nämlich. Damit jedermann auch schon weitem erkennen konnte, dass es da was Neues gab, wurde die Maschine ab Frühjahr 1956 in einem metallicgrünen Mäntelchen ausgeliefert, das gegen Aufpreis mit rotem Sattelleder und Tankschutz noch zusätzlich aufgepeppt werden konnte. Spezialisten kannten aber ohnehin, dass es sich um keine umlackierte SG handeln konnte: nicht nur fehlte ja der Kickstarter, auch das Motorgehäuse musste komplett umgearbeitet werden, um Platz für den 12 V Bosch- Pendelanlasser zu schaffen, und auch die zusätzliche Batterie wollte wo untergebracht werden. Die SGA bekam linksseitig ein zweites Gehäuse verpasst, identisch zum Werkzeugkasten auf der rechten Seite, wobei der Schwerpunkt der zwei Batterien so tief als möglich angeordnet wurde, um das Fahrverhalten der 250er nicht zu beeinträchtigen.

Die ersten Testberichte in den Fachmagazinen waren euphorisch: ob Sommer oder Winter, ob kalt oder heiß, der Anlasser sollte laut den Medien und Puchs Propagandaparolen immer zuverlässig funktionieren, seinen Besitzer nie im Stich lassen. Schließlich war er von den Herstellern ja für viel größere Motorräder mit einem Hubraum bis zu 400ccm konstruiert worden, da würde er mit dem kleinen Viertellitermotor ja leichtes Spiel haben! Nun, die Praxis sah etwas anders aus, besonders nach ein paar Jahren, wenn die Batterien nicht mehr imstande waren, die volle Leistung zu liefern. Nicht wenige Besitzer haben den Umstand verflucht, keinen Kickstarter mehr zu haben, wenn sie ihre Puch mühsam anlaufen mussten, weil der Anlasser seinen Diensten nur mehr unzureichend nachkam!

Markus Helfert aber kann sich über mangelnde Zuverlässigkeit seiner SGSA nicht beschweren. Er ist der erst zweite Besitzer dieser grünen 250er, die 1957 um 12.000,- in der Liste stand und bereits damals beiwagentauglich typisiert wurde. Es vergeht kein Jahr, in dem Markus nicht mit diesem Arbeitstier auf „große Reise“ gehen würde: sie kennt jedes Bundesland, jeden Pass, und auch die meisten unserer südlichen Nachbarländer sind ihr nicht fremd! Und Markus ist noch jedesmal verlässlich wieder damit nach Hause gekommen ….

Puch 250 SGSA, Baujahr: 1957

Besitzer: Markus Helfert

Rüstorf