das virtuelle Museum des Motorrad-Veteranenclub Attnang Puchheim

Text und Fotos: Hannes Denzel


 
New Hudson MSO, Baujahr: 1927
   
New Hudson ist ein auch in Fachkreisen wenig bekannter Name (weltweit haben wohl kaum mehr 100 als Exemplare dieser Marke überlebt), dabei entstand das Unternehmen schon 1900, als sich der Fahrradproduzent Hudson & Edmunds (seit 1890 tätig) und die Getriebefirma Armstrong zusammenschlossen. Der Name des Unternehmens lautete jetzt „New Hudson Cycle Company Limited“ der Sitz blieb in Birmingham. Noch im selben Jahr experimentierte man dort mit einem 211 ccm großen Minerva Motor, der in ein herkömmliches Fahrrad eingebaut wurde. Das Experiment verlief im Sand bis 1910, als ein neuer Anlauf unternommen wurde. Die ersten jetzt in Serie gefertigten Motorräder trugen Triebwerke von JAP mit 292 bzw. 499 ccm Hubraum.

Schon 1911 entstand ein eigener Motor, dieser hatte ebenfalls 499 ccm Hubraum und wurde auch gleich im Rennsport eingesetzt. Wenig Erfolg war ihm beim legendärsten aller Rennen, der Tourist Trophy auf der Isle of Man, beschieden, die Werksmaschine sah kein Ziel. In der kleineren Junior Klasse bis 3500 ccm hingegen kamen die eingesetzten Renner zwar mit deutlichem Abstand zum Sieger, aber immerhin auf den Positionen 13 und 20 an. Großartig Werbung machen konnte man damit nicht, weshalb in den nächsten Jahren das absatzstärkste Exemplar aus dem New Hudson wohl die kleine 211er Zweitakter war, ein Lizenzbau der bekannten Levis.

So richtig ins Laufen kamen die Renn-New Hudsons erst in den 20er Jahren, als man sich mit Herbert „Bert“ Le Vack einen altgedienten Crack ins Team holte, der den mittlerweile mit eigenen ohv Motoren ausgerüsteten Rennern auch technisch auf die Sprünge half. Ein Geschwindigkeitsweltrekord (161 Km/h Schnitt), ein zweiter Platz bei der Senior TT und ein Sieg beim 200 Meilen in Brooklands (hier auf einer 600er) waren seine Ausbeute im Jahr 1927, in dem auch dieses schöne kopfgesteuerte Sportmodell MSO entstand.
So erfolgreich waren New Hudsons später nie wieder. Vic Mole kam von Ariel zu New Hudson und löste Bert Le Vack als technischer Ingenieur ab. Er konstruierte eine neue Palette an Motorrädern, seiten- und kopfgesteuerte Modelle mit teilverkleideten Motoren. Die Firma jedoch kam finanziell ins Trudeln und ging in den 30er Jahren in den BSA Konzern auf.

New Hudson MSO, Baujahr 1927

Besitzer: Gernot Schuh,
St. Leonhard