das virtuelle Museum des Motorrad-Veteranenclub Attnang Puchheim

Text und Fotos: Hannes Denzel


 
Motom 50 Sport, Baujahr: 1957
   

1948 betrat eine neue Firma die ohnehin schon stark bevölkerte Bühne der italienischen Motorraderzeuger, um im heiß umkämpften Segment der Schnapsglasklasse mitzukämpfen: Motom Italiana aus Mailand. Ihr erstes Produkt war ein richtig sportlich angehauchtes Moped mit einem originellen Zentralrohrrahmen aus Pressstahl, an dessen unterem Rahmenteil an einer Strebe der Motor stehend befestigt war. Und das war kein Zweitakter, wie meistens bei der Konkurrenz verbaut, sondern ein echtes viertaktendes Schmuckstück, dessen Ventile über Kipphebel und Stoßstangen gesteuert waren. Das 48ccm Motörchen verhalf dem Flitzerchen zu ca. 50 Km/H Höchstgeschwindigkeit– „a g’mahteWiesn“ für Edelbastler!

Die Motom 50 wurde sofort zu einem Verkaufserfolg und blieb auch über Jahre im Programm des Mailander Unternehmens, das seine Produktpalette mittlerweile um die rollerähnliche Delfino erweitert hatte. Auch andere Motorräder folgten, Motom verwendete immer Viertakt-Motoren mit Hubräumen von 48, 51, 98, 147 und 163 ccm. 1964 taten sich die Mailänder aus wirtschaftlichen Gründen mit Peugeot zusammen, was aber den finanziellen Zusammenbruch 1970 nicht verhindern konnte.
Unser Fotomodell stammt aus dem Jahr 1957 und basiert im wesentlichen immer noch auf dem Urtyp aus 1948. Seit 1956 findet man die Geradeweg-Hinterradfederung an dem jetzt „50 Sport“ getauften Flitzer. Neben dem tollen Originalzustand (bis hin zum durch einen Sturz eingedrückten Tank) beeindrucken Details wie die Luftpumpe mit „Motom“ Namenszug, der dem Rennsport entliehene Tankverschlussdeckel und die pfiffige Wegfahrsperre am Vorderrad. Unverkleidet trat so ein aufgepepptes Modell 1958 in Monza an und erzielte über den Kilometer mit stehendem Start einen Geschwindigkeitsrekord von durchschnittlich 82,436 Km/H.

Motom 50 Sport, Baujahr 1957

Besitzer: Manfred Blohberger,
Steyrermühl