So sind heute
nur wenige Motorradmarken mit Sitz in Paris bekannt: eben
Werner, oder Gnome & Rhone, le Francaise Diamant, Dresch,
Rovin und einige kleinere Hersteller. Zu denen zählt
zB. die Marke „Le Grimpeur“, von der nicht viel mehr bekannt
ist, als dass sie ab ca. 1900 Motorräder mit zuerst
schweren Einbaumotoren von MAG oder JAP, später nur
mehr Leichtmotorräder mit Stainless oder Chaise Motoren
bauten, bevor sie 1932 vom Konkurrenten Dresch geschluckt
wurden. Unser Modell ist ein Leichtmotorrad aus der Ära
zwischen 1915 und 1919 und hat ein Aggregat des Flugmotorenherstellers
Aubier & Dunne mit 106 ccm Hubraum. Die Leistung von
so ca. 1,5 PS wird mittels eines Leinenlamellenriemen an
die Felge übertragen, an die auch die beiden Klotzbremsen
ihre Verzögerungswirkung ausüben. Der Riemen war
auch der Auslöser für Ing. Fritz Kurz, sich dieses
kleinen Motorrads anzunehmen (jeder Sammler, der sich mit
ganz alten Motorrädern beschäftigt, hat gerne
eine „Riemengetriebene“), und, nachdem es schon einige Jährchen
eher unbeachtet in seinem Keller stand, es dann doch einmal
auf Neuzustand zu restaurieren. Dabei wurden ausschließlich
Originalteile verwendet, lediglich der Tank musste nachgebaut
werden - zu schlecht war dessen Zustand gewesen, und schließlich
sollte das Dingelchen ja wieder klaglos laufen. Und obwohl
sie das jetzt tut, will sich Fritz davon trennen, denn er
ist mittlerweile darauf gekommen, was speziell die englischen
Hersteller immer schon wussten: Hubraum ist durch nichts
zu ersetzen als durch noch mehr Hubraum, und so muss die
kleine Grimpeur jetzt etwas größerem weichen.
Zuletzt noch eine Erklärung, was „Le Grimpeur“ eigentlich
heißt: „Kletterer oder Klettermaxe“ nämlich,
in weiterem Sinne auch „Bergfahrer“. |