| |
1955 trat Ernst Kronreif als (geldgebender)
Kompagnon in die Mattighofener Firma des Hans Trunkenpolz
ein. KTM bedeutete jetzt folglich: Kronreif Trunkenpolz
Mattighofen. Das Produkt dieser Zusammenarbeit war die R
125 Tourist – die allerdings schon vorher entstanden war
– bei der war der Seilzugstarter schon weg, die KTM konnte
man jetzt richtig antreten – und sie hatte jetzt ein fussgeschaltetes
Dreiganggetriebe. Der Motor kam natürlich wieder von
Rotax aus Gunskirchen, auch wenn fallweise Sachs am Gehäusedeckel
stand.
Das mit der 125er war gut überlegt, bei den 250ern
war ja Puch Marktleader (fast könnte man sagen: Monopolist),
aber für eine kleine 125er gab es große Nachfrage
– schließlich konnte man die mit dem kleinen Führerschein
fahren. Und bekannt wurde KTM durch sportliche Leistungen.
Bevor die Tourist auf den Markt kam, musste sie sich bei
der 1954er Alpenfahrt bewähren. Weitere Sporteinsätze
gab es unter anderem bei der Non-Stop Paris Wien Langstrecken-fahrt.
Oder auch bei Straßenrennen. Dafür hatten die
Mattighofener extra von MV Agusta ohc Motoren zugekauft,
die später von Ing. Ludwig Apfelbeck auf dohc Steuerung
umgebaut wurden, was die Leistung auf 18 PS steigerte! Das
überzeugte den Käufer, deshalb konnten 20 Einheiten
der modernen Tourist am Tag gebaut werden!
1955 kam die „Grand Tourist“. Sie unterschied sich nicht
wesentlich vom Vorgängermodell. Bis auf die Langarmschwinge,
die die Telegabel ablöste.
|
|
Von der entstanden 30 am Tag,
die mit ihren 6,1 PS Leistung (die für eine Spitze
von über 90 Km/h gut waren) für eine 125er reichlich
ausgestattet war. Sie war sehr nieder gebaut, was zusammen
mit der hervorragenden Straßen-lage für ein sicheres
Fahrgefühl sorgte. Die Fachpresse überschlug sich
mit Lob, so konnte man zB. in der österreichiscnen
„Motorrad“ lesen: „der kleine Flitzer ist ein Rad, das auch
unter schärfster Konkurrenz seinen Mann stellt. Das
hervorragende Fahrgestell mit dem sehr lebendigen Motor
ergibt als Resultat ein Motorrad, das den Ansprüchen
sowohl des sportlichen als auch des friedlichen Tourenfahrers
vollauf gerecht wird. Die Leistung liegt dabei schon etwas
über dem Durchschnitt einer 125er.“
Die Leistung des 125er Rotax Motors wurde von KTM für
ausreichend gehalten, um einen wesentlich schwereren Roller
anzutreiben: den Mirabell. Später gab es dann noch
die sportlichen Modelle, Tarzan, und Mustang, sowie die
Trophy, die die Grand Tourist ablöste, sowie den Moped-Roller
Mecky, der die Mopedära einläutete, denn nach
dem Tod von Ernst Kronreif 1960 wurden eine Zeitlang nur
mehr 50er und Fahrräder gebaut.
|