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| James
Model 6 h.p., Baujahr 1927 |
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Es ist schon etwas befremdlich: gibt man in Google (oder
anderen Suchmaschinen, es soll ja mehrere geben …) den
Begriff James Motorcycles ein, dann findet man …. So gut
wie nichts! Wenn zufällig gerade ein Online-Händler
eine James zum Verkauf anbietet (selten genug), dann wird
man auf dessen Seite stoßen, aber etwas über
die Geschichte und Entwicklung dieser Traditionsmarke
aus Birmingham sucht man vergeblich – das Internetlexikon
Wikipedia, das sonst immer alles weiß, kennt die
Firma nicht einmal!
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Der Nebel lichtet sich etwas,
wenn man den vollständigen Namen des Unternehmens eingibt:
„the James Cycle Company Limited“. Und hat damit auch gleich
eine Erklärung der Entwicklung der Firma: Harold James
(manche behaupten auch, er habe Henry geheißen) gründete
1883 oder `84 im mittelenglischen Birmingham eine kleine
Fabrik, um dort Fahrräder herzustellen. Diese waren
gerade schwer im Trend, und das Niederrad war kurz davor,
erfunden zu werden und das Hochrad in der Gunst der Käufer
abzulösen. Deshalb ließ auch Harold James die
antiquierten Stahlrösser außen vor, und gedachte
sich mit Dreirädern und Transportvelozipeden eine Nische
zu suchen. Offenbar lag er damit goldrichtig, denn in den
nächsten Jahren musste er mehrmals umziehen, weil der
Produktionsausstoß wegen der starken Nachfrage immer
weiter explodierte.
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1897 wurde sein Einzelunternehmen
in eine Handelsgesellschaft umgewandelt, die „James Cycle
Company Limited“ eben. Harold James selbst verließ
das Unternehmen, für ihn kam Charles Hyde als Generaldirektor.
Hyde hatte als Nebenprodukt das Motorrad im Auge, wie die
meisten der Konkurrenz ja auch. Bestärkt wurde er dabei
durch Frederick Kimberley, der 1900 eine kleine Zweitaktmaschine
mit Minerva Motor entwickelte und baute. Besonders gut verkaufte
die sich nicht, weswegen die Produktion 1904 eingestellt
wurde. Ein neuer Anlauf erfolgte 1908, nachdem die Firma
1907 schon wieder umgesiedelt war, in wesentlich größere
Hallen im Stadtteil Geets. Viel Beachtung fand das neue
Modell, ein eigentümlich asymetrisches Motorrad, das
die Tanks vor dem Rahmen trug und auch sonst sehr gewöhnungsbedürftig
aussah. |
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Besser verkauften sich neuen Motorräder im traditionellen
Stil, die durch den vollverkapselten Kettenantrieb, Innenbackenbremsen
mit Bronzebacken in einer Stahltrommel, und die unregelmäßige
Anordnung der Kühlrippen auffiel - besonders im Ausland:
bei Ausbruch des ersten Weltkriegs orderten Belgien und
Russland große Mengen James Motorräder für
ihre Armeen, über 600 Einheiten wurden ausgeliefert!
Daneben lief das Fahrradgeschäft prächtig, Militärräder
wurden in England und von den Alliierten gebraucht.
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So überstand
James den ersten Weltkrieg finanziell unbeschadet, konnte
wegen eines Brandes in der Fabrik die zivile Produktion
allerdings erst 1922 wieder aufnehmen. Dabei fuhr man zwei
Schienen: kleine, günstige Motorräder mit Villiers
Zweitaktmotor für die breite Masse, und schwere Tourenmotorräder
mit 500 und 600 ccm Einzylinder- und auch Zweizylindermotoren.
Obwohl technisch eher unauffällig (innovativ nur die
mittels Fußpedal betätigte Metallkupplung, der
geschlossene Kettenkasten, und der kompakte Motor mit dem
hinter dem Zylinder liegenden Magneten) war dafür die
Verarbeitung äußerst hochwertig. Optisch erkennt
man eine James am braunen Tank mit den beigen Seitenflächen
innerhalb roter Linierung, so wie sie auch Kurz Fritz seitengesteuerte
600er (Modell 6.) auf unseren Fotos trägt. Ein braves,
ausdauerndes, robustes Tourenmotorrad – die Stärke
von James, den obwohl man werkseitig in unregelmäßigen
Abständen die Tourist Trophy beschickte, geschah das
eher halbherzig mit nur leicht modifizierten Serienmaschinen,
deren Erfolge dem Einsatz entsprachen. |
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James Model 6 h.p.,
Baujahr 1927
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Besitzer: Friedrich
Kurz,
Attnang Puchheim
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