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| Indian
Scout 600, Baujahr 1927 |
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Bei der Frage nach dem besten je gebauten Motorrad wird
immer wieder die Indian Scout genannt (ein Schlag ins
Gesicht der europäischen Motorradhersteller). Aber
die Amerikaner konnten halt ihre Fahrzeuge unter anderen
Bedingungen entwickeln. Verbrauch war wegen des extrem
niedrigen Benzinpreises in den USA absolut nebensächlich,
gefragt war dafür Robustheit, Zuverlässigkeit,
bequeme Sitzposition und ein Tank mit großem Fassungsvermögen
wegen der meist schlechten Straßen und großen
Entfernungen. Die Scout war jedenfalls Schuld, dass Indian
damals als weltweit größter Motorradhersteller
galt. Ob sie deshalb wirklich die Beste war, soll jeder
für sich selbst beurteilen...
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Und eigentlich soll das hier gar nicht
zur Wertung stehen, eines jedenfalls ist sicher: die Scout
ist ein Urbild des amerikanischen Big Twins, der als Kult
gilt, in seinen Grundzügen (allerdings von anderen
Herstellern) auch heute noch gebaut, und von den freundlichen
Herren aus Fernost neuerdings gerne kopiert wird. Die Scout
steht für: V Zweizylinder Motor mit seitengesteuerten
Ventilen, gusseiserne Zylinderköpfe, 600ccm Hubraum,
Schebler Vergaser, Doppelrohrrahmen, Blattfedergabel, Ballonreifen,
breiter Sattel und Lenker, Fußbretter, knallrot lackiert.
Sie wurde zu Beginn der 20er Jahre von Charles Franklin
entwickelt, nachdem der langjährige Konstrukteur und
Firmengründer Oscar Hedstrom, ein gebürtiger Schwede,
kurz nach dem Mitbegründer und Präsidenten George
Hendee die Firma verlassen musste. Die Scout war das Basismodell
für die Police Scout (750ccm), die Chief (1000ccm)
und die Big Chief (1200ccm). Gebaut wurde sie bis 1931,
die 750er Version bis 1938. Chiefs, zuletzt mit 1300ccm
Hubraum, gab es auch noch nach 1945 – Indian war da aber
schon auf dem absteigenden Ast. 1954 wurde die Produktion
in Springfield eingestellt, eine Zeitlang importierte man
noch englische Maschinen verschiedener Hersteller, um sie
unter dem Namen Indian zu vertreiben, dann war Schluss. |
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In Europa wurden Indians gerne
gefahren, vor allem als Beiwagenmaschinen. So beliebt waren
sie, dass mehrere Firmen freche Kopien herstellten – bekanntestes
Beispiel die Berliner Firma Mabeco, die nach einem Rechtsstreit
mit Indian die Tore schließen musste. Jeder, auch
in Europa, kennt heute noch den Indianerkopf, der die Schlachtschiffe
aus Massachusetts schmückt, und an den auch die Namensgebung
der meisten Modelle erinnert: Scout (Späher), Chief
(Häuptling), Warrior (Krieger), Arrow (Pfeil), sogar
der Name der Werkszeitung wurde diesem Jargon angepasst:
„Wigwam News“. Dieses Gespann wurde 1927 an den schwedischen
Importeur Wiklunds in Stockholm ausgeliefert (dessen Logo
heute noch den Tank ziert), der sie mit einem sehr stimmigen
Seitenwagen ausstattet – Indian selbst baute wohl die Rahmen,
aber keine aufbauten dazu. So wurde sie 1929 verkauft und
immer in Schweden gefahren, bis sie dort in Verkaufs-Museum
wanderte. Dort hat sie ein österreichischer Sammler
gesehen, erstanden und in die Heimat gebracht – in immer
noch originalem und fahrbereiten Zustand! |
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Indian
Scout , Baujahr 1927 |
Besitzer: Herbert Nußbaumer,
Pinsdorf
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