das virtuelle Museum des Motorrad-Veteranenclub Attnang Puchheim

Text und Fotos: Hannes Denzel


 

Henderson De Luxe, Baujahr: 1926

   

Die Brüder Tom und Bill Henderson gründeten ihr Werk 1911. Schon im ersten Jahr stellten sie 1000 Einheiten einer Vierzylindermaschine her, deren 1086ccm Motor sehr weit hinten im extrem langen Rahmen untergebracht war, so dass man vor der Antriebseinheit noch bequem die Füße abstellen konnte. Die Henderson hatte kein Getriebe, keine Vorderradbremse (aber zwei Nabenbremsen hinten), dafür aber schon einen Kickstarter!. Bekannt wurde die Marke durch Carl Clancy, der eine Tour mit seiner Henderson unternahm, die ihn 29.000 Kilometer weit führte: durch Europa, Afrika und Asien!

1917 verkauften die Hendersons sich, ihren Namen, ihr Werk und ihre Motorräder, also die ganze Marke, an den Fahrraderzeuger Ignaz Schwinn, dem auch schon Excelsior gehörte. 1920 verließen die Hendersons Schwinn und Chicago aber schon wieder, zu divergierend waren beider Ansichten – sie gründeten 1920 in Philadelphia die Marke Ace. Arthur O. Lemon entwickelte 1922 das Henderson Modell „De Luxe“, die zur beliebtesten Vierzylinder in den USA wurde (und die Konkurrenz war stark, ob es sich um Ace, Miliaire, Pierce und viele andere handelte).
Die Maschine, die ausschließlich in Dunkelblau mit goldenen Zierlinien lackiert war, hatte 1260ccm Hubraum, 28 PS Leistung bei 3400 Umdrehungen in der Minute, und erstmals besaß ein Motorrad serienmäßig einen Rückwärtsgang, ein besonderes Zuckerl für Gespannfreunde. Der Hersteller garantierte eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 130 Km/h! Die Henderson De Luxe wurde zu einem großen Verkaufserfolg, dennoch stellte Schwinn 1931 die Motorradherstellung völlig ein: seine Berater hatten die Wirtschaftskrise vorhergesehen, der Businessman Schwinn konzentrierte sich wieder ausschließlich auf die Fahrraderzeugung.

 

Henderson De Luxe, Baujahr: 1926

Besitzer: Mair Alfons
Giering bei Bad Wimsbach