das virtuelle Museum des Motorrad-Veteranenclub Attnang Puchheim

Text und Fotos: Hannes Denzel


 
Harley Davidson Model K 750, Baujahr: 1953
   

Nachdem amerikanische Motorräder in den 20er Jahren den europäischen Markt erobert und den heimischen Firmen das Fürchten gelehrt hatten, drehten die Europäer in den 50er Jahren den Spieß um und drängten verstärkt nach Übersee. Besonders taten sich dabei die Engländer hervor. Ihre Motorräder waren moderner, leichter, schneller und verbrauchten weniger als die schweren Harleys und Indians. Bei den Rennern war die Norton Manx das Maß aller Dinge, im Gelände profilierten sich BSA und Ariel, bei den Straßenmodellen erreichten die Triumph Twins die höchsten Absatzzahlen.

Harley reagierte 1952 mit dem Model K, einer 750er im sportlichen Kleid. Dazu wurde ein völlig neues Triebwerk entwickelt, das Kurbelwelle und Getriebe im selben Block untergebracht hatte. Teleskopfedern gab es hinten wie vorne. Allerdings war die K nicht wirklich ausgereift. Sie schaute zwar so aus, wie man sich in den USA eine sportliche V2 vorstellte, aber der seitengesteuerte, etwas altbackene Motor mit seinen 30 PS Leistung war nicht imstande, der englischen Konkurrenz Paroli zu bieten. Zudem wog die K erst wieder satte 182 Kg. Da halfen auch die rennmäßigen Varianten K, KH und KHK nicht viel, und auch als 1954 der Hubraum von 750 auf 883 cccm und die Leistung auf 38 PS stieg, gelangen der K keine spektakulären Absätze. Nicht einmal die Vermarktung mit prominenten Fahrern (darunter Clark Gable und der „King himself“, Elvis Presley) konnten das Image der „müden Schüssel“ auslöschen. Erst als 1958 die K von der XL abgelöst wurde (obengesteuerter 1 Liter Motor, später bekannt als „Sportster), kam der Erfolg, der bis heute anhält.
Diese originale K aus 1953 gehört Clubmitglied und Ex-Rennfahrer Hans Braumandl, und ist noch ein Relikt aus seiner Zeit als Harley Davidson Generalimporteur mit Standort Wels.

 

Harley Davidson Model K 750
Baujahr: 1953

Besitzer: Hans Braumandl
Wels