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| DKW
"das kleine Wunder" - Reichsfahrtsmodell |
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| Wo sind all die
DKW Hilfsmotoren hin? In dem einen oder anderen Museum steht
zwar einer, aber meist nur als Schau- oder Stationärmotor.
Betriebsfähig ist kaum einer davon. Herbert Nussbaumer
hat schon vor Jahren von seinem Onkel in einem Sack so einen
Motor zum Geschenk erhalten „Du kannst ihn sicher brauchen“
meinte der. Na und ob! Und jetzt ist er fertig, der „Arschwärmer“.
Wer wissen will, wie der Motor zu diesem Spitznamen kommt,
braucht sich nur die Stelle am Drahtesel anschauen, wo der
Motor angebaut wird. In diesem Falle an einem Fahrrad der
frühen 20er Jahre, welches auch von der Rahmenkonstruktion
stabil genug für einen Hilfsmotor ist. |
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Schauen wir aber
zuerst ein bisschen die Geschichte dieses Hilfsmotors und
seiner geistigen Väter an. Zuerst ist da Jörgen
Skafte Rasmussen zu nennen, ein Däne, der in Deutschland
studiert und sich dann in Chemnitz niedergelassen hat. Dort
hat er 1907 eine kleine Weberei erworben, um in diesem Gebäude
– Granaten zu produzieren! Später hat er versucht,
einen Dampfkraftwagen herzustellen (daher der Name DKW),
aber über ein Versuchsmodell dürfte er nicht hinausgekommen
sein. Erst als Ing. Hugo Ruppe bei ihm einstieg, kam die
Sache richtig ins Rollen. Besagter Ruppe stammte nämlich
aus einer Familie von Autoherstellern, sein Vater besaß
die Autowerke Piccolo und Apollo. Er selbst hatte Erfahrung
im Motorenbau als Besitzer der MAF Werke. Ruppe konstruierte
für DKW einen kleinen Zweitaktmotor mit Plattendrehschieber
(bis zuletzt blieb DKW dem Zweitaktprinzip treu) und 18ccm
Hubraum. Rasmussen brauchte den Motor, um Kinderspielzeug
damit auszustatten! DKW stand jetzt für „Des Knaben
Wunsch“. Aber schon ein Jahr darauf, 1919, entstand auf
Basis dieses Aggregats ein Fahrradhilfsmotor mit 118ccm
Hubraum und 1 PS Leistung – „Das Kleine Wunder“. Die Zuverlässigkeit
und Sparsamkeit dieses Motörchens sprach für sich,
und bis 1922 hatte Rasmussen über 25.000 Exemplare
absetzen können (mitgerechnet die zweite Evolutionsstufe
mit 122ccm und 1,5 PS)! |
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| Rasmussen
setzte auf Rennerfolge, um den schlechten Ruf, den Zweitakter
in diesen Jahren hatten, abzubauen. Sein nächstes
Produkt, ein Leichtmotorrad mit 142ccm Hubraum und Tretkurbellager
– also noch sehr fahrradähnlich - kam 1922 heraus
und wurde in harten Wettkämpfen erprobt. Die Erfolgsliste
dieses Jahres spricht für sich: |
Berlin, Avus: 1. bis 4. Platz
Reichsfahrt Berlin – Heidelberg, über 800 Km:
1. bis 3. Rang
Reichsfahrt Leipzig – Breslau – Berlin: Sieger im
Berg-, Sieger im Flachrennen . |
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| Diese
Erfolge gaben dem Motorrad seinen Namen: Reichsfahrtsmodell.
Das Reichsfahrtsmodell wurde von Hermann Weber entwickelt
(Hugo Ruppe hatte DKW verlassen, um seine eigene Firma „Bekamo“
aufzubauen) und von Rasmussen folgendermaßen beworben:
„Das Ideal für Beruf und Sport. Zuverlässig,
bequem, sparsam, Bergsteiger.“ Es war der Vorgänger
der E 206 mit 206ccm Hubraum, die ihren Teil dazu beitrug,
dass DKW in den 30er Jahren Indian als weltgrößten
Motorradhersteller ablöste. |
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| „Wie fährt
sich jetzt der Arschwärmer?“ Die Geschwindigkeit ist
ähnlich, wie man sie mit einem normalen Fahrrad schafft
– nur muss man sich halt nicht so anstrengen dabei. Bergauf
allerdings wird es mühsam, da ist kräftiges Mittreten
gefragt. Diese Aussage widerspricht Rasmussen, der folgenden
Werbespruch veröffentlichte: DKW, das kleine Wunder,
läuft bergauf, wie viele runter! |
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DKW
Hilfsmotor, Baujahr 1921 |
Herbert
Nußbaumer, Pinsdorf |
DKW Reichsfahrtsmodell
Bj.1924
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Alfons
Mair , Giering |
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