das virtuelle Museum des Motorrad-Veteranenclub Attnang Puchheim

Text und Fotos: Hannes Denzel


 

Bree, Baujahr: 1904

Von den österreichischen Firmen, die in der Pionierzeit des Motorrads werkelten, hat sich einzig der Name Puch in die Festplatte von Oldtimer-Liebhabern eingebrannt. Dabei gab es auch einige andere, meist in Graz oder Wien beheimatete Fahrradfirmen, die ihre Produktpalette um das moderne Produkt 2Motorrad“ erweiterten. So zB. Styria, Noricum oder Regent (Bock & Hollender),

Bauten die Fahrradhersteller richtig große, „echte“ Motorräder, so gab es auch andere, die Hilfsmotoren entwickelten und bauten, die man dann an die Fahrräder der renommierten Hersteller hängen konnte. Einer davon war Theodor Bree. Von ihm ist leider lediglich bekannt, dass er in der Zeit von 1902 bis 1906 einen Zweitakt Hilfsmotor baute, der hinter dem Steuerkopf am oberen Rahmenrohr eines verstärkten Fahrrads montiert werden konnte und mittels Kette das große Kettenblatt antrieb. Hinter diesem befand sich ein kleines Ritzel, das die Kraft an das Hinterrad weitergab. Weitere Literatur existiert nicht, die einzigen Ausnahmen führt Libor Marcik in seinem Buch „Motorräder Österreich-Ungarn 1899-1900“ auf: eine Ergebnisliste, die den Fahrer Chlubna auf einer 1,9 PS starken Bree als zweiten eines Bahnrennens in Wien aufführt, sowie die Registrierung einer 2 PS starken Maschine im tschechischen Kadon.
Umso erstaunlicher, dass jetzt ein kompletter Motor samt Vergaser, Tank und Hebeleien aufgetaucht ist. Es dürfte sich dabei um das einzig erhaltene Exemplar dieser Marke handeln. Montiert wurde er an ein zeitgenössisches Meteor Fahrrad. Um den Antrieb zu rekonstruieren, bedurfte es allerdings noch einiger Bastelarbeit. Aber jetzt sind die Arbeiten abgeschlossen, eine Menge interessantes zeitglich passendes Zubehör wurde zusätzlich verbaut, und ein Kapital österreichischer Motorradgeschichte konnte so vor dem vergessen bewahrt werden.

 

Bree, Baujahr: 1904

Besitzer: Walter Neumayer, Altmünster