das virtuelle Museum des Motorrad-Veteranenclub Attnang Puchheim

Text und Fotos: Hannes Denzel


 

Ariel VH 500 "Red Hunter", Baujahr: 1938

   
the finest single zylinder motorcycle ever built“ – „das beste je gebaute Einzylinder-Motorrad“. So nannten und nennen Fans die Ariel Red Hunter Modelle.

Geistiger Vater des „roten Jägers“ war Val Page, der Chefkonstrukteur bei Ariel Works Ltd., stellte sein neues Sportmodell erstmals 1932 auf der London Motor Show vor. Zuerst banal VH 32 genannt, besaß die Maschine einen 24 PS starken Einzylindermotor mit einem fast quadratischen Hubverhältnis von 86,4 x 85. Und sie verfügte über vier hängende Ventile, Rennmagnet und Rennvergaser sowie, neu bei Ariel, ein fußgeschaltetes Vierganggetriebe. Ebenfalls neu die hochgelegte Doppelport-Auspuffanlage. Wegen der auffälligen roten Lackierung hatte die Ariel schnell ihren Spitznamen „Red Hunter“ weg, der vom Werk alsbald übernommen wurde.

Schon im darauffolgenden Jahr wurde zugunsten besserer Standhaftigkeit auf die Vierventilbauweise verzichtet, den Zweiventiler gab es wahlweise mit hoch- oder nach unten verlegten Auspuffen, entweder in Mono- oder Single Port Ausführung. Und es gab jetzt neben der 500er VH auch die Modelle NH mit 350 und LH mit 250ccm Hubraum. 1935 kam die nächste gravierende Änderung, Edward Turner, der den zu Triumph gewechselten Val Page abgelöst hatte, machte aus dem Motor wieder einen – wie von Page ursprünglich auch vorgesehen – extremen Langhuber: 81 x 95 mm lautete jetzt das Hubverhältnis. Jeder Motor soll laut Ariel vor seinem Einbau auf dem Prüfstand gelaufen sein, wobei die mittlerweile auf 26 PS gestiegene Leistung dabei gut für 90 Meilen (ca. 145 Km/h) gut gewesen sein soll - mit Tuningmaßnahmen versprach das Werk durchaus respektable 160 Km/h! Weil sich Ariel werkseitig nicht am Rennsport beteiligen wollte, lag es an Privatfahrern, das eine oder andere gute Ergebnisse mit selbst aufgebauten Maschinen einzufahren.
Die Red Hunter blieb noch lange im Programm, wobei sie natürlich laufend modifiziert wurde: 1938 kamen neue Leichtmetall-Zylinderköpfe mit gekapselten Ventilen, schon im Jahr darauf eine Hinterradfederung, vorne besser gedämpft wurde ab 1946 durch den Einbau einer Teleskopgabel. Weil sie sich immer noch gut verkaufte, blieb sie bis 1959 in den Katalogen, obwohl sie technisch gesehen da schon alles andere als up-to-date war. Ab dann ging Ariel mit den Zweizylinder-Zweitakt Modellen Leader und Arrows völlig neue Wege....

Ariel VH 500 "Red Hunter"
Baujahr 1938

Besitzer: Hannes u. Hermann Asamer Desselbrunn