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| Ariel
Square Four Mod. 4F, Baujahr: 1932 |
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England, 1930:
Mit offenem Mund stehen die Besucher bei der Olympia Show
am Stand des Motorrad Pioniers ARIEL. Jedes Jahr kommen
die Motorradfreaks hierher, um sich über die technischen
Neuheiten zu informieren, die bei dieser Messe immer zuallererst
präsentiert werden. Aber so ein gerät wie das
haben sie noch nie gesehen. Motorräder mit einem 4
Zylinder Aggregat sind nichts neues, man kennt die Maschine
des Captain Holden aus dem Jahr 1899, bei der die Kraft
direkt über die Pleuelstangen an das Hinterrad übertragen
wurde, man weiß auch, dass die belgische Firma FN
zuerst einen Vierzylinder in großen Stückzahlen
auf den Markt brachte (ab 1904). Diese Maschinen mit Kardanantrieb
wurden ständig verbessert und erst 1926 aus dem Katalog
genommen. Die FN fand Nachahmer beispielsweise in Deutschland
(u.a. Dürkopp) und Böhmen (Laurin & Klement),
die waren aber nicht so langlebig. Gehört hat man auch
schon von der dänischen Staubsaugerfirma Nimbus, deren
Maschine wegen der Rahmenform den Kosenamen „das Ofenrohr“
erhielt. Am beliebtesten sind die Vierzylinder in Amerika:
Militor, Pierce, ACE, Hendersonc Cleveland etc., produzierten
solche Typen, Indian tut es noch (obwohl die nur das ACE
Konzept weiterführen). |
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| Aber bei allen diesen
Motorrädern stehen die Zylinder in Reihe hintereinander
– ohne Ausnahme. Diese ARIEL hier aber hat einen Motor mit
4 Zylindern in quadratischer Anordnung, luftgekühlt,
zwei Kurbelwellen, die mit Zahnrädern verbunden sind,
obenliegende Ventile, die von einer durch eine Kette angetriebene
Nockenwelle betätigt werden – und dabei ist dieser Motor
(Hubraum 500ccm) so leicht und kompakt, dass er im nur leicht
überarbeiteten Rahmen eines Einzylinder Modells Platz
findet! „Schon Mitte der zwanziger Jahre hat Edward Turner,
einer von Englands innovativsten Ingenieuren, diesen Motor
entwickelt,“ muss der Verkäufer am ARIEL Stand dem staunenden
Publikum immer wieder erzählen, „er hat ihn auch verschiedenen
Firmen angeboten, darunter BSA und AJS, aber erst Jack Sangster,
der ARIEL Chef, hatte genug Weitblick, um Turner einen Auftrag
zu erteilen, das war 1928. Eineinhalb Jahre hat die Entwicklung
der Maschine, die wegen ihrer Zylinder-Anordnung Square Four
getauft wurde, bis zur Serienreife gebraucht“. Und weiters
schwärmt der Verkäufer von der besonderen Laufruhe
dieses Motors, von der guten Straßenlage - ein Resultat
der ausgereiften Rahmengeometrie - und dass die Square Four
deshalb besonders für den Seitenwagen-Betrieb geeignet
wäre. Argumente, die überzeugen. Wegen der großen
Nachfrage sollte es für die Interessenten dann aber teilweise
noch Jahre dauern, bis alle ihre Square Four zu Hause stehen
haben. Mittlerweile hat ARIEL Wünschen der Seitenwagefahrer
entsprochen, und seit 1931 gibt es zusätzlich eine größere
Ausführung mit 600ccm Hubraum und 24 PS Leistung, die
sich aber sonst von der 500er nicht unterscheidet. |
Ariel Square Four Mod.4F,
Baujahr: 1932
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Besitzer:
Hans Preuner sen.,
Seewalchen a. Attersee |
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Einige Schwachstellen werden
allerdings die Besitzer zu beanstanden haben: Das Schwungrad
ist zu klein, bzw. leicht und die hinteren Zylinder werden
zu heiß. Deshalb werden die ARIEL Ingenieure 1935
den Motor auf Stoßstangensteuerung ändern und
auf 997ccm aufbohren. In dieser Variante wird dann die Square
Four bis 1960 gebaut werden (dann gehört ARIEL schon
zur BSA Gruppe), allerdings in nicht mehr allzu großen
Stückzahlen. Heutzutage sind von den frühen Modellen
nicht mehr arg viele erhalten. Aber wer eine hat, steht
bei jeder Oldtimer Rallye im Mittelpunkt, und wird vor allem
um den sonoren Sound beneidet, der schon in den dreißiger
Jahren jedem Square Four- Reiter die Illusion bereitete,
ein Auto zu pilotieren!
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